Der Sender aus dem Weihnachtsmannland

Briefkasten des Weihnachtsmannes in NuukBlick auf den Kalender: Weihnachten. Blick aus dem Fenster: Spätherbst.

Das mag nicht so richtig zusammenpassen mit den Bilderbuchfesttagen, den weißen Weihnachten. Warum also nicht per Internetradio sich Stimmung aus einem Land holen, das schon von der Farbgebung her in jedem Weltatlas so aussieht, als schneie es dort überall und zu jeder Jahreszeit? Die richtige Wahl ist Kalaallit Nunaata Radioa, kurz KNR. Hier geht es deutlich gemächlicher zu als bei so mancher deutscher Rundfunkstation, aber die ungewohnte Sprache sorgt für einen Hauch Exotik an Heiligabend. Grönländisch, das für unsere Ohren ungefähr so klingt, als spiele man eine Hörspielkassette in der falschen Richtung ab, war noch bis vor einigen Jahren gelegentlich auf Kurzwelle zu empfangen, wenn sich das Signal des kleinen Senders der Küstenfunkstation Tasiilaq auf 3815 kHz aus dem Rauschen hervortraute.

Inzwischen ist der Küstenfunksender aber stumm. Im Jahr 2013 ist dafür der Livestream von KNR in akzeptabler Tonqualität stabil zu hören – und was sich da dem Hörer bietet, ist interessant und erstaunlich zugleich: Neben vielen Nachrichten- und Talksendungen u.a. ein Programm mit dem Titel „Country und Western“ (Samstags, 12.30 Uhr MEZ), am gleichen Tag auch „Grönländische Lieder“ (23.00 Uhr) und weitere Sendungen, die in teils herrlich skurriler Zusammenstellung lokale Schlager und internationale Oldies oder Blues-Stücke miteinander mischen, garniert mit herzlich klingender Moderation und einigen Berichten in dänischer Sprache. Hinzu kommt werktags der Start in den Morgen mit einem Blick in die Bibel und regelmäßigen ausführlichen Wetterberichten.

Und wenn man die Beeinträchtigungen auf den Straßen sowie das leidige Schneeschippen einmal vergisst, dann sehnt man sich doch ein bisschen nach weißen Weihnachten, wenn bei KNR die obligatorischen Angaben der Schneehöhen folgt.

Egal ob es bei Ihnen auf’s Radio schneit oder nicht, wir wünschen Juullimi Ukiortaassamilu Pilluarit!

P.S: Inzwischen ist KNR übrigens nicht mehr der einzige Radiosender aus Grönland mit einem Livestream. Auch das christliche Inuunerup Nipaa lässt seine Sendungen ins Weltnetz strömen.

 

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