Pop aus Paris: Le Mouv‘.

Le Mouv'Gutes, junges, fetziges Pop- und Jugendradio gibt es auch in Deutschland. Man muss es suchen, aber es gibt es. Es trägt Namen wie Fritz, egoFM, FluxFM oder Puls. Weil aber Ferien sind und man Ferien am Liebsten im Ausland verbringt, wagen wir einen Blick in ebendieses, nach Südwesten zu unseren Nachbarn in Frankreich. Da klingt die junge Welle des öffentlich-rechtlichen Radio France geradezu spaßig, wild, verrückt, durchgedreht, neu, anders, bunt, und spannend. Acht Attribute, die den Leser doch nur die Großartigkeit von Le Mouv’ erahnen lassen können.

Der Sender mit dem aparten Apostroph begann 1997 als Pop-Programm aus Toulouse und sendet heute aus dem Sendezentrum von Radio France aus Paris und ist an Großartigkeit nur schwer zu überbieten. Das Tagesprogramm unterscheidet sich in der Musikauswahl deutlich dem der meisten deutschen Popwellen. Die Musik macht Laune, nervt nicht, wabert irgendwie wohlig um den geneigten Hörer herum und weckt ihn dann aber auch wieder rechtzeitig mit temperamentvolleren Klängen, bevor er in einer Traumwelt zu versinken droht. Singsprachen sind übrigens sowohl Französisch als auch Englisch, Sendesprache selbstverständlich ausschließlich Französisch.

Und das hört man auch recht oft, denn bei Gelegenheit werden zusätzliche Informationen zu Interpreten, Festivals und Veranstaltungen eingestreut, ergänzt durch Wortprogramme, Talks am Morgen und seriöse Nachrichten inkl. Sport und Interviews.

Klasse ist die Morgenstrecke am Wochenende Le 7-10 du week-end, manchmal enttäuscht das Programm natürlich schon durch Mainstram-Pop, der nicht nötig gewesen wäre oder durch allzu spezielle Abendsendungen, bei denen gelegentlich elektronische Klänge tönen, die wie intergalaktische Störgeräusche im Abfluss des Universums klingen. Rechtmachen kann man es natürlich selten allen – und Le Mouv’ präsentiert genügend Momente, in denen man jeden „Ausrutscher“ sofort wieder verzeiht:

Wenn zum Beispiel die Themensendung La Gold Liste läuft, mit wechselnden Musikschwerpunkten (Klicken Sie sich durch, alle Ausgaben können in voller Länge nachgehört werden und machen ziemlich viel Spaß).

Wenn der Moderator den aus vielen, englischen Worten bestehenden Namen einer Londoner Indie-Band mit seinem wunderbaren Akzent ausspricht, für den man ihm am liebsten Umarmen würde.

Oder wenn einfach wieder ein Lied kommt, was einen kleinen Hüpfer im Herzen auslöst, weil es ein kleines Juwel ist, dessen angenehme Melodei ohne Le Mouv’ nie den Weg ins Gehirnzentrum des Rundfunkhörers gefunden hätte. Zum Beispiel etwas aus dem Album „Into the Murky Water” von „The Leisure Society“. Oder irgendein Song von „The Dancers“. Tolle Bands! Kannten Sie die? Nicht? Le Mouv’ hören. Sofort!
Besonders erwähnenswert ist das Audio-On-Demand-Angebot auf der Homepage. Hier kann man nicht nur das Liveprogramm in guter Tonqualität hören, nein, man kann auch mehrere Stunden im Programm zurückspulen und dank „Timeshift“ die Musik von gestern Mittag nochmal hören oder spezielle Sendungen auswählen.

Le Mouv‘ ist eine gute Sache. Merci dafür.

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