Goldmusik

GOLDDie Aufregung um den royalen Nachwuchs im Vereinten Königreich ging auch an diesem Blog nicht spurlos vorüber. Aus diesem Grund folgt heute ein Ausflug auf die Insel. Zu einem Oldiesender. So ein Format haben sich bekanntlich viele Programme auf die Fahnen geschrieben, doch nicht alle machen ihre Sache wirklich gut. Denn irgendwann fragt man sich, weshalb ABBAs „Waterloo“ und „No Milk Today“ von den Herman’s Hermits Teil der täglichen musikalischen Folter im Hörfunk werden mussten.

Eigentlich tut das gar nicht not, um ein schönes Programm zusammenzubretzeln.

Ein britischer Sender hat zwar sicherlich auch genau diese Titel im Repertoire, kramt aus der Plattenkiste glücklicherweise aber eine Vielzahl von Oldies heraus, denen man im deutschen Hörfunk nur selten begegnet. Oder wo lief zum letzten Mal „This Town Ain’t Big Enough For Both of Us“ von den Sparks? Eben. Das ganze ist natürlich knallhartes Classic-Hits-Formatradio – aber kein schlechtes. Gold  heißt dieser Sender und er spielt keinesfalls nur unbekannte und vernachlässigte Oldies (das wäre dann vermutlich auch wieder zu anstrengend), streut aber auffällig viele Goldstücke ins Programm ein, die gehört gehören.

Besonders toll etwa der „Sixties Sunday“, jeden Sonntagabend. Auf Mittelwelle klingt der natürlich besonders gülden (Gold gehört zu den traditionsreichen Mittelwellen-Netzwerken in Großbritannien), im Webradio macht das Zuhören aber ebenfalls viel Spaß. Doch der Sender hat eine besonders tückische Form des Geoblockings in seine Webseite integriert:  Wer das Programm einschalten möchte, muss aus rechtlichen Gründen unter www.mygoldmusic.co.uk anhand einer britischen Postleitzahl verifizieren, dass er sich tatsächlich im Vereinten Königreich befindet. Eine schier unüberwindbare Hürde für Hörer aus anderen Teilen der Welt, die sich der Sender mit Sitz am 30 Leicester Square, London WC2H 7LA da ausgedacht hat. Der direkte Livestream für Webradios und Software wie den VLC-Player funktioniert übrigens ohne Länderbeschränkung.

Aber passen Sie auf beim Reinhören: Wenn Sie die gesungenen Jingles und insbesondere die Station-Voice hören, laufen Sie Gefahr, auf der Stelle und sofort dahinzuschmelzen.

Ein Kommentar

  1. Lutz Andreas sagt:

    Danke für den Tipp. Die angegebenen Direktadressen funktionieren am iPad auch im Browser oder in der App (TuneIn).