¡La Señal Genial!

Blick auf Tarma

Wer ein echter Radiofan ist, der hört sich nicht nur bei den Sender in seiner Umgebung um, sondern stellt seinen Weltempfänger oder sein WLAN-Radio auch auf Stationen ein, die vom anderen Ende des Globus senden. Wie exotisch! Und: Wie blöd, dass man Thailändisch, Mongolisch, Schwedisch oder Somalisch nicht in der Schule gelernt hat.

Deutlich geringer ist die Sprachenbarriere bei Sendern aus Südamerika, sofern sie nicht in Langagen der lokalen Indianervölker gehalten sind. Ein beliebtes Ziel von Radioenthusiasten ist Radio Tarma aus Peru, das bereits seit 1958 auf Sendung ist.

Inzwischen sendet der Lokalsender nicht nur auf der Kurzwellenfrequenz 4775 kHz, sondern auch im Internet – und zwar mit einem Livestream, dessen Tonqualität mit denen vieler europäischer Stationen mithalten kann. Dabei ist das noch nicht mal das beste an dieser Station, die unter www.radiotarma.com zu finden ist. Startet man die Verbindung, so wird zunächst ein Jingle präsentiert. Dieses Jingle darf mit Recht und Fug als Mutter aller Jingles bezeichnet werden. Unheimlich gut und herzlich klingender Damenchor, den Sendernamen und dessen Werbesprüche singend („la señal genial”), Frequenzangaben, Stimmungsmusik, die wohl nur so ehrlich fröhlich klingen kann, weil sie aus den Anden kommt.

Im Prinzip genügt es, nur dieses eine, knapp 30 Sekunden dauernde Jingle zu hören, da steckt so gut wie alles drinnen, was Sie in den restlichen 23 Stunden, 59 Minuten und 30 Sekunden des Tages bei Radio Tarma aus der gleichnamigen, 39.000 Einwohner zählenden Stadt, ein Stück östlich Limas, hören könnten. Nämlich viel bunte und fidele Musik mit unfassbar gut aufgelegten Sängerinnen und Sängern. Darüberhinaus gibt es selbstverständlich auch noch Programmpunkte wie die „Sportantenne“ (Di-Sa, 01.00 Uhr deutscher Zeit), „Kraft der Musik“ (Tropisches & Folkloristisches, Mo-Fr, 21.00 Uhr), die Heilige Messe um 6 Uhr morgens aus der Kathedrale von Santa Ana de Tarma (Sonntags, 13.00 Uhr) oder schließlich „Amerika singt!“ (Musik aus ganz Lateinamerika, ebenfalls Sonntags, 16.00 Uhr). All das kann der am radiophonen Fernweh leidende Hörer entweder dank des Stereo-Livestreams oder des Kurzwellensignals empfangen, das ganz selten gewissermaßen hinterm Berg hervorkommt und so auch bis nach Europa durchdringt. Ein wenig stolz ist man bei Radio Tarma darauf schon, schließlich wird in Jingles auf die „tecnología profesional” und auf der Homepage auf Kurzwellenhörer hingewiesen, die sogar in Europa den kleinen Lokalsender aus der Provinz Junín mit seiner fröhlichen Andenwelle empfangen können.

Foto oben: Blick auf das Tarma-Tal. Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Valle_de_Tarma.JPG

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